Bericht SVSE Unihockey Länderspiele Schweiz-Schweden 2015

Am Wochenende vom 19.-21. Juni 2015 trug die SVSE Unihockey Nationalmannschaft zwei Länderspiele gegen die Landesauswahl der Schwedischen Eisenbahner aus. Die Freundschaftsspiele fanden in Interlaken statt. Team Switzerland V3

 Das Schwedische Team traf am Freitag um 09:45 Uhr am Flughafen Zürich ein und wurde dort vom TK Unihockey SVSE in Empfang genommen. Nach einer gemütlichen Sightseeing-Fahrt mit Sicht auf den Lungern-See traf das Schwedische Team gegen Mittag in Interlaken ein.

Dort gab es ein gemeinsames Mittagessen und ein erstes Aufeinandertreffen mit der Schweizer Mannschaft. Die Stimmung war noch etwas zurückhaltend, wollte man sich doch erst einmal etwas beschnuppern und die Spiele von Samstag abwarten. Nach dem Essen bezogen die Mannschaften die Unterkunft im Tent Village des Hostels Balmers. Die Zelte waren mit Duvet-Betten ausgerüstet und die Unterkunft bot alles was man für einen kurzen Aufenthalt braucht. Dennoch waren die Teams froh, dass die Temperaturen einigermassen erträglich waren. Denn in den Zelten wurde es rasch heiss... Am späteren Nachmittag hatten beide Mannschaften die Möglichkeit sich einzuspielen in der Bödeli-Halle und die letzten taktischen Kniffs zu besprechen. Am Abend lud danach das Team Schweiz zu einem Barbecue und einem kleinen Rundgang in Interlaken. Um Mitternacht war danach Lichterlöschen angesagt, schliesslich wollte man bereit sein für die Freundschaftsspiele.

Am Samstag ging es bereits früh am Morgen los. Die letzten Vorbereitungen für die Länderspiele mussten getroffen und die Halle eingerichtet werden. Nach einem Frühstück trafen die Mannschaften um 09.15 Uhr in der Dreifachturnhalle des Berufsbildungszentrums Interlaken (BZI) ein. Langsam kam Länderspiel-Stimmung auf und die Anspannung stieg. Jeder bereitete sich seriös vor. Auch die Schweden steigerten das Tempo. Man sah schnell, dass sie nicht nur zum "Chügele" da waren. Schliesslichen wollten sie sich für die Niederlade vom letzten Jahr am Vierländerturnier in Helsinki revanchieren, als sie dem Schweizer Team unterlagen... Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete der TK Unihockey SVSE das erste Länderspiel Schweiz-Schweden. Als Erste wurden die Schiedsrichter Max Rüegg und Daniel Widmer vom Schweizer Unihockeyverband SUHV begrüsst. Danach lief jeder Spieler einzeln ein. Die Länderspiel-Kulisse wurde von zahlreichen Fans untermalt, welche ebenfalls nach Interlaken gepilgert sind. Am Speakertisch unterstützten Martin "Stoni" Steiner und unsere Rahel. Alles lief nach Plan bis.... genau bis zu den National-Hymnen. Eigentlich wurde vorgängig alles einstudiert. Doch prompt im entscheidenden Moment streikte der CD-Player. Doch die Schweden liessen sich davon nicht beirren. Kurzerhand begannen sie lauthals die Schwedische Hymne zu singen. Wahnsinn! Nun war die Schweizer Mannschaft erstmals gefordert. Und auch sie gab ihr Bestes und sang den Schweizer Psalm ohne Begleitung. Nun war alles angerichtet und es konnte losgehen:

1. Freundschaftsspiel: Schweiz-Schweden, 10.00 - 12.00 Uhr

Es gab kein langes Abtasten im ersten Spiel. Beide Mannschaften legten los wie die Feuerwehr und das Tempo war gleich von Beginn weg hoch. Einer Chance der Schweden folgte eine für die Schweiz. Und bereits nach 2.5 Minuten gelang Marc Uetz der este Treffer für die Schweiz nach Vorarbeit von Manuel Wyss. Er erwischte den Torwart zwischen den Schonern. Doch die Schweden liessen sich nicht beirren. Sie steigerten das Tempo und kamen noch vor der ersten Pause zu zwei Toren nach einem klaren Chancenplus. Damit musste das Schweizer Team mit einem Rückstand in die Pause. Die Schweizer Coaches ermahnten das Team noch besser zusammenzustehen auf dem Feld und die Formation zu halten. Zudem musste man bei der Passgenauigkeit zulegen und die einfachen Ballverluste vermeiden. Die Schweizer Spieler nahmen sich die Anweisungen zu Herzen. Das zweite Drittel war sehr ausgeglichen. Beide Teams erzielten ein weiteres Tor. Damit lag das Schweizer Team weiterhin zurück. Doch im letzten Drittel wollte man noch einmal voll angreifen. Und das tat man. Bereits nach 3 Minuten glich Manuel Wyss aus. Plötzlich gewann die Schweiz Überhand und ging sogar durch den TK Unihockey in Führung. Den Vorsprung wollte man eigentlich über die Zeit retten. Doch die Schweden übten noch einmal mächtig Druck aus und nach einem unglücklichen Ballverlust glichen die Schweden prompt noch aus - 50 Sekunden vor Schluss. Doch der Ausgleich war verdient, hatten doch die Schweden mehr Spielanteile. Damit stand es 4:4 und das Penaltyschiessen musste entscheiden. Die Schweden zeigten sich bei diesem sehr kaltschnäuzig und verwandelten 2 von 3 Versuchen. Da der Schweiz nur ein Treffer gelang, durften die Schweden über die gelungene Revanche jubeln. Der Schweiz blieb nur als fairer Verlierer zu gratulieren. Zum Schluss wurden noch die besten Spieler beider Mannschaften ausgezeichnet mit einer grossen Toblerone (wie konnte es anders sein;-). Die Wahl wurde jeweils vom gegnerischen Team getroffen. Mit zwei Treffern war Marc Uetz der beste Spieler der Schweiz. Und bei den Schweden durfte sich Jens Bjerregaard freuen, der mit Abstand beste Spieler auf dem Feld.

Telegramm, 1.Freundschaftsspiel, Schweiz-Schweden

Schweiz: Pulver, Infanger, Brönnimann, Imboden, Castellucci, Roth, Wyss, Walti, Streuli, Uetz, Darmstaedter, Mathis, Eggimann

Schweden: Lindström, Persson, Granath, Andersson, Rohlen, Eriksson, Bjerregaard, Sjögren, Rodfelt, Westberg Ahlmark

Tore: 02:30(1) Uetz (Wyss) 1:0, 09:00(1) Persson (Rodfelt) 1:1, 10:48(1) Eriksson (Bjerregaard) 1:2,
03:57(2) Westberg Ahlmark (Bjerregaard) 1:3, 14:58(2) Uetz (Wyss) 2:3,
03:33(3) Wyss (Walti) 3:3, 07:23(3) Eggimann (Castellucci) 4:3, 14:09(3) Bjerregaard (Lindström) 4:4 

Nach einem gemütlichen Mittagessen im Hostel Balmers gingen die Mannschaften gestärkt zurück in die Sporthalle des BZI und bereiteten sich auf das 2. Länderspiel vor, welches um 14.00 Uhr angepfiffen wurde:

2. Freundschaftsspiel: Schweiz-Schweden, 14.00 - 16.00 Uhr

Nach der Niederlage vom Morgen wollte sich die Schweiz sogleich revanchieren. Daher versuchte man die Schweden gleich von Beginn unter Druck zu setzen. Das gelang gut und das Schweizer Team ging sogleich in Führung in der 2. Minute des ersten Drittels. Nach einem weiten Pass von Sandro Castellucci aus der eigenen Spielfeld-Hälfte drehte sich Daniel Walti einmal um die eigene Achse und netzte gekonnt ein. Ein tolles Tor und was für eine Athletik! Die Freude über die Führung währte nur kurz. Schnell gelang den Schweden der Ausgleich durch den Topskorer der Schweden - Jens Bjerregaard. Doch die Schweizer Mannschaft liess sich davon nicht beeindrucken und legte sogleich wieder vor durch Patrik Roth. Dieser lenkte einen Weitschuss von Fredy Brönimann unhaltbar ab ins Schwedische Tor. Mit der erneuten Führung wähnten sich die Schweizer etwas gar sicher. Prompt schlichen sich Fehler ein ins Spiel und es kam zu unzähligen unnötigen Ballverlusten. Zudem stimmte die Aufstellung auf dem Feld überhaupt nicht mehr und es klafften grosse Lücken zwischen den Verteidigern und den Angreifern. Dies nutzten die Schweden eiskalt aus und kamen noch vor der Drittelspause zum Ausgleich. Im zweiten Drittel gab es viele Chancen auf beiden Seiten, doch ein weiteres Tor wollte niemandem gelingen. Im letzten Abschnitt legten für einmal die Schweden vor. Die Schweizer Mannschaft drückte daraufhin auf das Tempo und suchte vehement den Ausgleich. Doch dieser wollte einfach nicht fallen. Daher wechselte die Schweiz einen zusätzlichen Feldspieler für den Torwart ein. Das war zwar ein grosses Risiko, doch dieses zahlte sich aus. Auf Zuspiel von Raphael Mathis gelang Andreas Eggimann der vielumjubelte Ausgleich. Im Anschluss hatten die Schweizer sogar noch Chancen auf den Sieg. Doch alle wurden kläglich vergeben. Wiederum musste das Penaltyschiessen entscheiden. Und erneut setzten sich die Schweden durch. Da nützte auch der Torwart-Wechsel nichts bei den Schweizern. Natürlich ärgerten sich die Schweizer über die knappen Niederlagen, war man doch so nah dran. Doch jetzt weiss man zumindest, was man noch üben sollte fürs nächste Aufeinandertreffen:-) Zum besten Spieler der Schweiz wurde Raphael Mathis gewählt von den Schweden. Bei den Schweden war es Alexander Eriksson, der massgeblich zum Erfolg beitrug.

Telegramm, 2.Freundschaftsspiel, Schweiz-Schweden

Schweiz: Bigler, Infanger, Brönnimann, Imboden, Castellucci, Roth, Wyss, Walti, Streuli, Uetz, Darmstaedter, Mathis, Eggimann

Schweden: Lindström, Persson, Granath, Andersson, Rohlen, Eriksson, Bjerregaard, Sjögren, Rodfelt, Westberg Ahlmark

Tore: 02:19(1) Walti (Castellucci) 1:0, 04:51(1) Bjerregaard (Eriksson) 1:1, 05:24(1) Roth (Brönimann) 2:1,  08:49(1) Eriksson (Bjerregaard) 2:2,
02:25(3) Bjerregaard 2:3, 11:49(3) Eggimann (Mathis) 3:3

Der Ärger über die beiden knappen Niederlagen verflüchtigte sich schnell beim Schweizer Team. Als faire Verlierer zeigte man Grösse und verbrüderte sich rasch mit den Schweden. Schliesslich kannte man sich inzwischen. Gemeinsam ging man über zum gemütlichen Samstag Abend Programm. Das OK der Länderspiele lud zu einem Gala-Dinner auf dem Hausberg von Interlaken - dem Harder. Doch bereits die Fahrt zur Harder-Bahn war ein Highlight. Der Senior-Chef des Hostels Balmers hatte soviel Freude an den Schweden und der Schweizer Auswahl, dass er uns sogleich mit seinem Oldtimer-Postauto zur Talstation der Harder-Bahn kutschierte. Ein tolles Erlebnis für unsere Gäste - und die Schweizer Spieler! Danach ging es steil aufwärts auf den Harder. Dort erwartete die Mannschaften eine atemberaubende Aussicht auf die Schweizer Bergwelt und den Thuner- sowie Brienzersee, von der die Schweden noch lange schwärmten. Nach einem kurzen Apéro wurde das sensationelle Gala-Dinner im Harder Kulm genossen. Leckerbissen aus der Region wurden aufgetischt. Es war ein echter Gaumenschmaus bei bester Stimmung. Den Abend liessen die Mannschaften danach im Ausgang von Interlaken ausklingen. Darauf gehen wir an dieser Stelle nicht zu detailliert ein;-)

Am Sonntag Mittag verabschiedeten sich die Schweizer Spieler von den Schweden und die Länderspiele 2015 wurden definitiv beendet. Da die Schwedische Mannschaft ihren Rückflug erst am Abend hatte, genoss sie noch den freien Nachmittag in der Region Interlaken. Einige Spieler nutzten sogar die Gelegenheit und fuhren zusammen mit dem TK Unihockey nach Thun mit dem Zug. Von dort ging es zurück nach Interlaken mit dem Dampfschiff. Ein weiteres tolles Erlebnis für die öV-Kollegen aus Schweden. Am Abend ging es zurück nach Zürich Flughafen, wo sich die Schweden mit vielen tollen Erlebnissen verabschiedeten Richtung Stockholm. Ein Wiedersehen gibt es allenfalls schon bald. Die Schweden überlegen sich 2016 ein Unihockey-Länderturnier in Stockholm oder Göteborg durchzuführen. Wir sind gespannt!

Zum Schluss möchte ich mich bei Ralph Darmstaedter von den Jungfraubahnen bedanken für seinen grossartigen Einsatz für die Länderspiele 2015. Nur dank seinem Effort kamen die Freundschaftsspiele überhaupt zustande. Das ist nicht selbstverständlich. Herzlichen Dank Ralph! Ebenfalls ein grosser Applaus gebührt den Schiedsrichtern, Stoni (unser Master-Speaker) und nicht zu vergessen unserer Rahel - unserem treuen Groupie;-). Ein letzter Dank möchten wir an die Jungfraubahnen und den SVSE aussprechen für die grossartige Unterstützung und das Ermöglichen dieser Länderspiele.

Sportliche Grüsse

Andreas Eggimann
TK Unihockey 

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