Delegiertenversammlung 2017 in Zürich

Sportstättefond: Überaus grosser Vertrauensbeweis der SBB gegenüber dem SVSE

IMG 4448Das jährliche Grossereignis des SVSE ausserhalb des Sports ist unbestritten die Delegiertenversammlung. Dieses Jahr wurde sie am 18. November in Zürich-Altstetten ausgetragen. Eine solche Veranstaltung kann nur dann funktionieren, wenn die organisierende Sektion alles richtig macht. Das ist dem ESC Soldanella eindeutig gelungen. So war es möglich, aus einem Anlass ein Fest zu machen.

Bei den mit Spannung erwarteten Sportlerwahlen obsiegte das USIC Badmintonteam. Diese Sportlerinnen und Sportler konnten diesen Sommer in einem hervorragenden Teilnehmendenfeld aus zwölf Nationen den ausgezeichneten 4. Schlussrang erkämpfen.

Drei Referate aus Politik, Gewerkschaft und Unternehmen
„Kinder und Jugendliche sind wieder vermehrt in Vereinen organisiert.“ Peter Küng, der Präsident des Gemeinderates der Stadt Zürich, zeigte damit eine allgemein positive Tendenz auf. Damit machte er aber auch dem SVSE und seinen 48 angeschlossenen Sportsektionen Hoffnungen im Zusammenhang mit den Mitgliederzahlen. Ganz offensichtlich machte ihm unser Sportverband Freude, auch weil für ihm der öffentliche Verkehr äusserst wichtig sei – speziell in Zürich, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu. „Dahinter stehen Mitarbeitende, deren Arbeit aber immer stressiger wird. Der öffentliche Verkehr hat einen Nutzen für alle.“ Beim Ausgleich spielt der Sport eine wichtige Rolle. Sport werde einerseits zu einem Massenspektakel und andererseits tendiere er zu einem Fitnesswahn. Der SVSE hingegen fördere schweizweit viel mehr den Breitensport. Küng nahm Bezug auf das schweizerisch im Namen unseres Sportverbandes, bedauerte einerseits, dass dieser Begriff politisch oft zur Abgrenzung verwendet werde, freute sich aber, dass schweizerisch im Sport aber klar für ein Miteinander stehe.

SEV-Sekretär Jürg Hurni machte in seiner Grussbotschaft den Bogen zur nunmehr überall diskutierten Digitalisierung: „Der SEV verschliesst sich der Digitalisierung nicht, will aber mitgestalten und bei den Bedingungen für die Mitarbeitenden mitreden.“ Die bevorstehenden GAV-Verhandlungen würden diesen Begriff ins Zentrum rücken und sicher auch beeinflussen. Der SEV mache sich fit für diese – auch sportliche – Herausforderung.

Markus Jordi, Leiter HR SBB AG, bestätigte seinerseits den allgemeinen Wandel: „Es stehen wirklich grosse Umbrüche an und sie kommen immer schneller.“ Der öffentliche Verkehr sei speziell von diesen Veränderungen betroffen. Heute sei ‚Connectivity’ für die Kundschaft am wichtigsten, sagte Jordi und erklärte: „man will Pizza essen im Zug und dazu Surfen ohne Unterbruch.“ Dass der Bundesrat Fernbuskonzessionen ausstellen wolle, werde auf die Bahnen starken Druck auslösen. Und die Aufhebung des Kabotage-Verbots, das Zulassen ausländischer Betreiber auf dem Schweizer Streckennetz, werde massive Auswirkungen haben. Jordi stellte im Zusammenhang mit der Digitalisierung fest, dass es da unweigerlich Sieger und Verlierer geben wird. Fitness im Beruf und auch sportlich sei wichtig. Damit schlug er eine verbale Brücke zum Sport und zum SVSE: „Wir Unternehmungen sind deshalb gut beraten, mit Organisationen wie dem SVSE gut zusammen zu arbeiten.“ Der SVSE habe einen hohen Fitnessgrad und mache hervorragende Arbeite, lobte er. Dennoch werde der Mitgliederrückgang wohl nicht aufgehalten werden können, aber immerhin gebremst. „login als Partner könne dazu beitragen.

1971 sei der Sportstättefond gegründet worden, wechselte Jordi das Thema. Aus den ersten 50'000 Franken der SBB sei in der Zwischenzeit ein Fond von über einer Million Franken geworden, dem Namen entsprechend zweckgebunden, Bewegungen daraus immer in Abstimmung mit der SBB. Jordi informierte darüber, dass SBB und SVSE eben erst eine Ergänzung zur bestehenden Vereinbarung ausgehandelt haben und: „Der SVSE kann nach der heutigen Unterschrift dieses Vertragswerk den Fond im Rahmen der Statuten eigenständig verwalten.“ Er empfehle, dieses Geld beiseite zu legen für schwierige Zeiten.

Der Dank des SVSE-Präsidenten in seiner Präsidialansprache
SVSE-Präsident Thomas Meier versicherte, dass zu diesem Geld sicher Sorge getragen werde und er dankte der SBB für das grosse Vertrauen.

In der Präsidialansprache von Präsident Thomas Meier fokussierte er dann den Blick auf die zahlreichen grösseren und kleineren Anlässe, organisiert durch die Sportsektionen. Diese seien für den Verband sehr wichtig und auch unerlässlich. Thomas Meier: „Die Sektionen leisten einen sehr wichtigen Beitrag an der Basis und ermöglichen damit ein abwechslungsreiches und vielfältiges Sportangebot.“ Daneben sei das gesellschaftliche Erlebnis ein Grund für den Erfolg. Der Präsident wies auf den 1. SVSE-Event hin (siehe Bericht und weitere Fotos dazu auf unserer Homepage). Damit sei ein neuer Weg eingeschlagen worden. „Nicht höher, schneller und weiter sondern die Teilnahme ist wichtig gewesen. Mit über 100 Mitgliedern und Nicht-Mitgliedern, die von einem tollen Angebot profitierten, ist dieser Anlass sehr erfolgreich gewesen. Hoffentlich nicht zum letzten Mal!“ Thomas Meier liess dann noch einmal die USIC-Meisterschaften Badminton Revue passieren, lobte die äusserst guten Bedingungen für alle Sportlerinnen und Sportler, gratulierte dem Organisationskomitee für die ausgezeichnete Leistung und dankte allen Unterstützenden und Sponsoren.


Unproblematische statutarische Geschäfte, keine Wahlen dafür Ehrungen
Bei der Totenehrung erwähnte Thomas Meier drei Namen, stellvertretend für alle im Berichtsjahr Verstorbenen: Yvan Péter-Contesse, unser langjähriger Übersetzer verstarb 62-jährig. Hubert Schaller von der Technischen Kommission Kegeln ging ebenfalls von uns. Und schliesslich mussten wir uns für immer von Ehrenmitglied Samuel Werder verabschieden.

Danach wurden Jahresbericht und Jahresrechnung 2016 sowie das Budget für 2018 oppositionslos genehmigt.
Nach fünf Jahren in der Geschäftsleitung hat Nick Raduner, der Leiter Kommunikation, seinen Rücktritt auf die Delegiertenversammlung hin eingereicht. Schon vorher, seit 2005, engagierte der sich als SEV-Sekretär im Patronatskomitee für den SVSE. Nick hat seine Funktion mit viel Freude und Engagement wahrgenommen. Nach seiner Wahl zum Präsidenten der Berner Wanderwege fehlt ihm die Zeit um das SVSE-Mandat weiter auszuüben. Beatrice Hofmann, seine Nachfolgerin, wird vorerst durch die GL gewählt, wird sich dann einarbeiten und an der DV 2018 zur Wahl vorgeschlagen.
International werden 2018 unsere Marathon-Laufenden in Prag auftreten und in Dänemark findet die Qualifikationsrunde im Fussball statt. Zudem werden in sieben Sportarten 3- bis 5-Ländertreffen durchgeführt, wobei Volleyball in Delémont um den Sieg kämpft.
Weiter wurde den beiden Sportsektionen ESV Olten und Eisenbahner Schützen Winterthur zum 75-jährigen Bestehen gratuliert. Sportchef Remo Gatti wurde für seine zehn Jahre in der technischen Kommission Wintersport geehrt. Remo engagiert sich ganz speziell für das Wispo-login aber auch die Skitage werden alle Jahre wieder als sehr erfolgreich bewertet. Ein Höhepunkt war sicher die Teilnahme an den USIC-Meisterschaften in Kasachstan im Jahr 2014. Christof Rimle wurde für seine 16 Jahre Mitarbeit im Ressort Kommunikation geehrt. Christof verantwortet den gesamten Internetauftritt, kürzlich hat er unsere Homepage aufgefrischt und auch diejenige der USIC. Béatrice Seydoux übersetzt seit nunmehr zehn Jahren in die französische Sprache. Der Präsident dankte allen ganz herzlich für deren grosses Engagement zugunsten des SVSE.

Dem ESC Soldanella gelang ein veritables Fest nach der DV
Etwas ungewohnt war nach Abschluss der Delegiertenversammlung, dass der Aperitif direkt in der Kirche stattfand. Für einmal war der Geräuschpegel zwischen Kanzel und Empore wesentlich lauter. Die Delegierten hatten sich da und natürlich auch während dem feinen Essen sehr viel zu sagen. Und die organisierende Sektion ESC Soldanella hat aus einem Anlass ein wirklich gutes Fest gemacht.


Text: Nick Raduner; Fotos: Nick Raduner und Emilie Lienhard

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