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USIC-Meisterschaften Ski Alpin 2014

Kombinations-Rennen am Donnerstag, 27. Februar 2014

Langsam scheint sich unser Leben hier in Shymbulak einzupendeln, weiss ich heute zum Beispiel von keinen nennenswerten Veränderungen an der Frühstück-Front zu berichten. Auch das Wetter macht schon fast auf langweilig, zeigt das digitale Thermometer auch heute wieder minus 12 Grad an. Wäre da nicht das heutige Kombinationsrennen, würde man fast schon versucht sein, einen langweiligen Renntag zu prognostizieren. Würde…

Am Vormittag ein Lauf Riesenslalom und am Nachmittag ein Lauf Slalom lautete in etwa das Programm für heute in der Grobübersicht. Die Besichtigung der inzwischen bekannten Riesenslalom-Strecke musste bis 10.15 Uhr vollzogen sein. Ein nur um wenige Minuten verspäteter Start mit den Vorfahrern läutete den Beginn ein.

Auch wir vom SVSE-Team galten inzwischen als eingespielt: Vreni Jossen am Start, David Geering als VJ nach dem ersten Hang, ich selber im Übergang zur Flächenpassage, Katarina Eichenberger als unsere Zeiterfasserin im Zielbereich. Barbara Gerber, Erika Wagner und Tamara Pellet galten wieder als unsere guten Feen im Transport- und Fan-Umfeld.

Bis zu den beiden ersten Fahrerinnen vom Damen-Rennen, welches immer als erstes gestartet wird, gehe selbst ich noch von einem «behäbigen» Rennen aus. Doch Oha-Lätz: Bereits vor der Fahrerin Nummer drei kommt es zum ersten Unterbruch. Gründe sind? Natürlich technischer Natur auf der Strecke. In Tat und Wahrheit bekundet man aber einmal mehr Schwierigkeiten mit der Zeitmessung, so der Befund von unserer Repräsentantin im Zielbereich. Fast wähnen wir uns im Training vom Dienstag, welches mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatte.

Eine gefühlte Ewigkeit später: Start zum Riesenslalomrennen der Herren. Diverse Unterbrüche verlängerten unsere Präsenz neben der Piste und am Start jedoch unfreiwillig. Zusätzlich meldete unsere Direkt-Verbindung im Zielbereich einen recht grossen Unmut, gepaart mit Glaubwürdigkeitsfragen was die Laufzeiten anbelange, von Seiten des Frankreich-Teams. Ich gebe es zu, auch ich habe wohl einige zusätzliche Gesichtsfaltungen aufgewiesen nach diesem Lauf. Sah das Klassement dannzumal wie folgt aus: Erster war Elias Mader (ITA) mit 58.50, zweiter war Curdin Lareida mit 58.70. Den dritten Platz sicherte sich Taras Pimenov (KAZ) mit 58.86. Knapp dahinter folgte Kari Büsser mit 59.68 auf dem vierten Zwischenrang. Mit einem eigentlich guten Lauf wurde Flurin Jossen hingegen nur gerade Fünfter mit 1:00.43. Dölf Alpiger platzierte sich auf dem Rang 6. Marco Tami auf dem 13. und Marcel Sieber auf dem 18. Zwischenrang. Besonders stutzig machte mich und wohl auch alle im Zielbereich Anwesenden, dass die Laufzeit von Elias Mader insgesamt drei Mal ausgetauscht wurde. Das zeitliche Spektrum bewegte sich nur im bescheidenen Rahmen von 58.50 bis 1:03.50… Schlussendlich blieben aber die Würfel bei 58.50 stehen.

Der Zeitplan mit der Verpflegung wurde heute dem Rennverlauf angepasst. So dürfen wir den Lunch zur wirklichen Lunch-Time geniessen und nicht erst nach dem zweiten Rennen, quasi als Zvieri.

Die Verantwortlichen von Frankreich legten auf Grund der gestrigen und der heutigen Unzulänglichkeiten bei der Zeitmessung nach dem Riesenslalom-Lauf einen Protest ein. Sie verlangten eine zweite Austragung vom Damen-Rennen sowie Wiederholungsläufe für die ersten 15 der gestarteten Herren. Da ich bzw. wir Schweizer der Wettkampf-Jury angehören, nahmen Vreni und ich um 14.00 Uhr an einem ausserordentlichen Jury-Meeting teil, um den Protest zu bereinigen. Das Jury-Gremium entschied sich, die ausgedruckten Zeiten vom Messgerätestreifen mit jenen auf den Ranglisten veröffentlichten zu vergleichen: Diese stimmten überein und waren deshalb für die Zeitmessung relevant. Damit sind zumindest offizielle Zeiten vorhanden, welche die Grundlage für die Rangliste bildeten. In der abschliessenden Jury-Erklärung anerkannten bis auf Frankreich alle Anwesenden die Resultate und der Start vom Slalom-Rennen konnte wie geplant in Angriff genommen werden. Für mich wichtig waren die Feststellung und auch der Eindruck, dass die Zeiten korrekt sind, die Verantwortlichen sicher keine Manipulationen vornehmen. Dies war auch unser Statement gegenüber den Verantwortlichen von Frankreich.

Zurück wieder an den Berg wo pünktlich um 15.00 Uhr das Slalomrennen gestartet wird. Eigentlich eine ganz starke Leistung von den Organisatoren: In knapp zwei Stunden wurde der ganze Zielbereich unterhalb vom zweiten Steilhang des Riesenslaloms verschoben.

Im Damen-Rennen stürzte eine russische Teilnehmerin kurz nach dem Start. Unser Staff-Mitglied Tamara war sofort zur Stelle und leistete erste Hilfe. Die Fahrerin wurde anschliessend per Rettungsschlitten geborgen und der Sanität übergeben. Glücklicherweise stellten sich die Verletzung «nur» als Skischuhprellung heraus, was übrigens genau der gestellten Diagnose von Tamara entsprach!

Die kürzere Distanz zwischen Start- und Ziel begünstigten auch den Rennverlauf, blieben doch Unterbrüche wegen der Zeitmessung gänzlich aus. In schon fast rekordverdächtiger Art und Weise wurde dieses Rennen über die Bühne oder die Schneehänge gebracht. Curdin Lareida (1:49.97) musste sich nach einem starken Slalomlauf nur vom Lokalmatador Taras Pimenov (KAZ) mit 1:49.18 geschlagen geben. Elias Mader (ITA) klassierte sich auf dem dritten Podestplatz mit 1:50.72. Kari Büsser verpasste das Podest leider auch am heutigen Tag und klassierte sich mit 1:54.50 auf dem 4. Platz. Dölf Alpiger verbesserte sich dank seinem Slalomlauf in der Schlusswertung auf den 5. Platz mit 1:56.93. Marco Tami machte gar 5 Ränge gut mit dem Slalomrennen und belegte den 8. Schlussrang mit 2:00.06. Marcel Sieber tat es Marco gleich und verbesserte seinen Schlussstand ebenfalls um 5 Ränge und platzierte sich mit 2:06.32 auf dem 13. Platz. Flurin Jossen schied beim Slalomlauf leider vorzeitig aus.

Ich erwartete das Technical-Meeting mit Spannung. Fliegen die Fetzen? Machen die Französischen Vertreter ihrem Unmut nochmals Luft? Wohl aus einer glücklichen Fügung heraus, wurde das Meeting vor dem Nachtessen anberaumt, so dass die Meeting-Dauer nach oben begrenzt ist. Doch alle Ängste waren unbegründet. Keine bösen Worte oder lange Reden. Hmm, hörten wir richtig? Im Gegenteil, der französische Vertreter bedankte sich allen Ernstes für den perfekten Renntag! Die Welt und ihre Problemlösung sind manchmal schwer fassbar… Dafür ergriff der russische Vertreter noch das Mikrofon und verlangte eine einfachere Kurssetzung, da seine Athleten mit dem heutigen Slalomlauf überfordert waren. Seine Aufforderung wurde aber nicht weiter verfolgt, da wir hier schliesslich internationale Rennen austragen.

Das Nachtessen wurde wieder Mal grosszügig aufgetragen und bot diesmal zweibeiniges statt vierbeiniges Fleisch, sprich Gacker statt Blöck. Wir nutzten den zweitletzten Abend und luden unser Staff-Team zu Wein aber ohne Gesang ein und dankten allen fünf für ihre grossartige Unterstützung. Wie schon am Dienstagabend wäre heute auch noch Nachtskifahren möglich. Dies jedoch nur für die ganz Mutigen: Noch nie haben wir so viele Zusammenstösse gesehen wie hier in Shymbulak während des Nachtskifahrens.

 

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Remo Gatti

 

USIC-Meisterschaften Ski Alpin 2014
Riesenslalom-Rennen am Mittwoch, 26. Februar 2014

Auch heute dürfen wir wieder von Veränderungen an der Frühstücks-Front berichten. Je nach Blickwinkel sind diese existenziell: so zum Beispiel für mich. Bislang wurde eigentlich ganz feiner Bohnenkaffee aus einer italienischen Maschine serviert. Wohl aus finanziellen Gründen gibt es ab heute nur noch Pulverkaffee zum Tagesstart. Eine für mich nicht ganz einfache Hürde. Auch wurde der Frühstücksbeginn um einen halbe Stunde nach hinten auf 8.00 Uhr verlegt. Die Gründe dafür sind wie so oft «technischer Natur». Immerhin wurden am Gefäss mit dem Porridge keine Modifikationen vorgenommen: Dieser gibt es nach wie vor.

Dann steigen wir heute ja ins Renngeschehen ein: Zwei Riesenslalom-Läufe sind programmiert. Die Besichtigung des ersten Laufs beginnt um viertel vor zehn und endet eine Viertelstunde danach. Traumhaftes Wetter mit nur noch minus 12 Grad lassen einem leichter in die Gondel steigen. Der erste Lauf ist in etwa deckungsgleich mit jenem vom Vortag. Während unsere Athleten sich den Lauf Tor für Tor einprägen, inspizieren Vreni und ich die Zeitmessung. Wie ist diese Apparatemässig aufgebaut? Wurde die Startuhr nach unserem Votum vor das Startgate gestellt? Ist eine Person für die Einlaufkontrolle bestimmt? Fragen über Fragen, welche wir nicht in allen Punkten als umgesetzt abstreichen können. Eine Intervention bezüglich der Startuhr fruchtete nichts, da dies technisch nicht umsetzbar sei. Wir können immerhin zwei Personen für die Handzeitmessung ausmachen. Das ungute Gefühl nach dem Training blieb also. Zu guter Letzt engagierten Dölf und ich mich für eine örtliche Verschiebung der manuellen Zeitaufschreibung. War diese ursprünglich «fadegrad» im Zieleinlauf, verschoben wir diese eigenhändig aus dem Gefahrenbereich. Die beiden zugeteilten Damen zum Veröffentlichen der Zeiten, entlöhnten wir mit je einer Toblerone und einer Teamfoto für den spontanen Ortswechsel.

Wurde unser Staff-Konzept mit der eigenen Fan-Abteilung vom Veranstalter kopiert? Kaum, aber dennoch wurden rund 20 Schulkinder vor die Zieleinfahrt postiert um den Athleten die nötige Fan-Aufmerksam zuteil zu lassen. Dies ist wieder ein Punkt, wo man den grossen Willen und das Engagement vom Veranstalterland zu sehen bekommt.

Und man würde es nicht glauben: Pünktlich um 10.30 startet der erste Vorfahrer ins Rennen. Doch wie am Dienstag wurde der erste Lauf von vielen kürzeren und längeren Unterbrüchen begleitet. Am Start oben wurden diese mit Zwischenfällen auf der Strecke begründet, unser Staff-Personal im Zielraum rapportierte über unseren Funk aber mehrheitlich Unterbrüche wegen der Zeitmessung. Wie dem auch sei, das Klassement nach dem ersten Lauf sah vielversprechend aus: Welche Freude: Flurin Jossen belegte den ersten Podestplatz mit 56.79! Der Lokalmatador Taras Pimenov lag 66 Hunderstel im Rückstand. Auf dem dritten Platz hat sich Curdin Lareida platziert (57.51). Es folgten Kari Büsser auf dem 4. Rang mit 59.20, Dölf Alpiger mit 59.20 auf dem Rang 5. Marco Tami platzierte sich mit 1:00.91 auf dem 8. und Marcel Sieber mit 1:01.57 auf dem 11. Platz.

Dank diesen Unterbrüchen kam auch hier wieder das Zeitgerüst arg ins Wanken: Der letzte Fahrer passierte die Ziellinie erst um 12.50 Uhr. Wobei die Besichtigung für den zweiten Lauf schon um 13.00 Uhr beginnen sollte. Improvisation hilft auch in Kasachstan und nur mit wenigen Minuten Verspätung wurde zum zweiten Lauf gestartet. Die Spannung war da: Kann Flurin seinen Podestplatz behalten, wie läuft es den weiteren Schweizer Athleten? Trotz einem guten zweiten Lauf von Flurin war das Glück bei Taras Pimenov, entschied er das Rennen mit einer Zeit von 1:56.11. Nur gerade 33 Hunderstel Rückstand war der Abstand von Flurin. Curdin Lareida klassierte sich mit 1:57.69 auf dem dritten Podestplatz. Kari Büsser verpasste das Podest mit 1:58.31 nur knapp und wurde Vierter. Dölf Alpiger mit 1:59.79 Fünfter. Marco Tami erreichte mit einer Zeit von 2:02.94 den siebten Schlussrang und Marcel Sieber mit 2:06.89 den guten 11. Rang.

Beim Einsteigen in die Gondelbahn sahen wir ihn: den Adler von Shymbulak! Dieser ist anscheinend eine Attraktion unter Touristen und ein oft abgelichtetes Fotosujet. Natürlich ist dieser unter ständiger Aufsicht auf einem Lederhandschuh bis zu seinem nächsten Einsatz zwischengelagert. Für 1000 Tenge waren wir dabei und Dölf besorgte uns das Tier als temporärer Füller auf dem Teambild. Dem frühen Nachmittag sei Dank und wir erledigten gleich die Aufgaben mit der Erstellung von unzähligen Gruppenbildern.

Der Lunch konnte entweder gar nicht, im bekannte BBQ-Restaurant oder als eigenes Häppchen im Chalet genossen worden. Schliesslich stand ja das Nachtessen um 19.00 Uhr schon vor der Türe.

Die Erstellung der Rangliste dauerte unendlich lange. War diese doch erst um 17.45 Uhr freigegeben. Ein weiterer offener Punkt ist für uns immer noch die Übertragung der Laufzeiten in die Rangliste: Manuell oder über eine Schnittstelle? Es bleibt ein Geheimnis, die lange Auswertungsdauer spricht aber eher für manuell…

Die Technische Sitzung wurde probehalber und wegen «den Bewohnern» von Medeo vor dem Nachtessen abgehalten. Rekordzeit von 45 Minuten. Zum Nachtessen wurde uns ein ganzer Fisch serviert, welcher ganz gut schmeckte. Notabene nur jenen welchen Fisch überhaupt mögen.

pdfRangliste Riesenslalom vom 26. Februar 2014

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Remo Gatti

USIC-Meisterschaften Ski Alpin 2014

Unser zweiter Trainingstag am Dienstag, 25. Februar 2014

Heute beginnen sie, die USIC-Meisterschaften Ski Alpin 2014!

Für den Eröffnungsakt um 9.00 Uhr wurde eigens ein Plan mit den Team-Aufstellungen abgegeben. Vorgesehen war pro Nation eine Zweier-Reihe mit fix zugeteiltem Standort. Die Gruppendynamik nahm dann ihren Lauf und stattdessen wurden die Teilnehmenden in einem unverbindlichen Halbkreis gruppiert. Zum Auftakt wurde uns um 9 Uhr ein Volksmusiklied ab einer in der Nacht eiligst aufgestellten Bühne vorgetragen. Chapeau an dieser Stelle: Bei minus 18 Grad Geige zu spielen ist schon höhere Kunst.  

Die offiziellen Ansprachen vom Bürgermeister aus Almaty, dem CEO der Kazachstan-Railway folgten im Anschluss an die Ouverture. Mit dem Abspielen der USIC-Hymne und den Worten des USIC-Präsidenten David Franks wurden die diesjährigen Meisterschaften feierlich eröffnet.

Die Vorbereitungen waren wie vorher erwähnt, äusserst zeitkritisch abgeschlossen worden: So wurden während dem gestrigen Nachtessen eiligst ein Bühne zusammengezimmert, Fahnenmasten fixiert, etc. Dies alles bei konstanten minus 18 Grad spät Abends. Dies erklärt auch, weshalb ich nach der offiziellen Eröffnung nicht nur auf dem Kopf grau bin, sondern neu auch mein Skianzug diese Tönung aufweist: Benötigt die graue Farbe, welche für das Einfärben der Nationenflaggen-Haltestange benützt wurde, bei solchen kalten Temperaturen etwas länger als nur 10 Stunden zum Trocknen…

Das Wetter wieder eine Wucht: Sonne pur! Auf geht es zu einem ersten Training mit Riesenslalom. Nach der gestrigen Endlos-Diskussion während des Technischen Meetings einigte man sich ja auf einen Zeitlauf und anschliessend weitere Läufe ohne Zeitmessung bis 11.30 Uhr.

Die Strecke entsprach der morgigen Riesenslalom-Strecke: Start auf 2688müM, Ziel 250 Meter weiter unten. Zwei Hänge, dann eine längere flache Passage bevor es dann gegen den Zieleinlauf ging. Ich selber positionierte mich beim Übergang ins Flache um das Ganze fotografisch zu dokumentieren. David Geering stand nach dem ersten Steilhang und hielt die Läufe auf Video fest. So dass am Abend noch die idealen Linien eruiert werden können. Katarina Eichenberger hielt die Zeiten im Ziel für uns fest, Tamara Pellet, Barbara Gerber und Erika Wagner unterstützen die Athleten mit Jacken-Transporten zum Ziel sowie tatkräftiges Anfeuern unterwegs. Bereits nach diesem Rennen nahmen wir eine Namens-Änderung von Fan-Team in Staff-Team vor!

Der Start war gemäss Programm um 10.15 Uhr geplant. Die Vorfahrer am Start, eigentlich alles bereit. Doch es passiert nichts. Vreni bekommt am Start oben die Information, dass es noch Probleme auf der Strecke gebe, sich der Start noch etwas verzögere. Die gleiche Antwort eine Viertelstunde später zum Zweiten. Dann doch: Start um 10.55 Uhr zum ersten Zeitlauf in Kasachstan an den diesjährigen USIC-Meisterschaften. Die Durchführung war dann geprägt von vielen Unterbrüchen was sich nachteilig auf das weitere Tagesprogramm auswirkte. So war die Abfahrt mit der Gondelbahn nach Medeo und weiter zum Mittagessen in Almaty auf 12.00 Uhr angesetzt. In Tat und Wahrheit war das Trainingsrennen aber erst kurz vor 13.00 Uhr beendet. Keine schlechte Leistung: weniger als 70 Teilnehmende benötigen zwei Stunden um einen Lauf zu fahren. Würden wir diesen Massstab für unsere Schweizermeisterschaften anwenden, dauern diese neu gut und gerne eine Woche.

Umziehen und kurz vor halb zwei schweben wir mit der Kombibahn Medeo entgegen. Der Ort wo sich das riesige Eisstadion befindet und als der eigentliche Zugangspunkt ins Skigebiet gilt. Hier liegt auch das zweite Hotel für unsere weiteren Nationen, wo angeblich der Komfort nicht wirklich schicklich sei.

Insgesamt erwarten uns drei Busse. Wir teilen den unsrigen mit den italienischen und tschechischen Kollegen. Die Fahrt wird «Touribus»-mässig kommentiert. So erfahren wir auch, dass die gewaltige Metallkonstruktion am Anfang der Stadt zur Lawinensicherheit gehört. Und ich dachte am Sonntagmorgen beim Hochfahren noch an einen alten russischen Check-Point. Dann Ankunft im Anama-Restaurant (www.alasha.kz). Ist nach der Beschreibung unsere Guidein eine sehr noble und wohl auch entsprechend teure Adresse. Wahnsinnig: Vorspeisen ohne Ende wurden uns zuvorkommend von traditionell gekleideten Mitarbeitenden serviert. Das Essen war auch hier sehr geprägt vom Schaf. Der zweite Gang mit einem Schaf im Blätterteig. Ohne das Päckli zu öffnen, ist der Schaf-Geschmack schon sehr präsent. Entsprechend vielen mundet der zweite Gang nicht so sehr… Auch der dritte Gang war schafmässig geprägt, diesmal gedämpft. Für viele die Erlösung mit dem Dessert, welches schaflos serviert wurde. Krass, wie wir hier verwöhnt wurden! Ich möchte nicht wissen, wie viele Personen einen Steinwurf entfernt nichts oder zu wenig zum Überleben haben…

Da wir nun bereits zwei Stunden retardiert waren wurde bald Mal zum Aufbruch bzw. zur Stadtrundfahrt geblasen. Erster Halt nach sieben Minuten war nicht bei einem sehenswerten Gebäude sondern bei einer Wechselstube. Nahezu der halbe Car drängte sich in eine kleine Bank um an die ersehnten Tenge zu gelangen. Vorbei an den wichtigsten Gebäuden wurden wir schlussendlich irgendwo im Zentrum abgeladen. Wir hatten genau 25 Minuten Freilauf, welcher für den Kauf von Souvenirs genützt werden soll. Oder zur persönlichen Ergänzung der bescheidenen Bar in unserem Hotel. Babuschkas, Taschen, T-Shirts und vieles mehr waren die beliebtesten Artikel, welche den Weg zurück in den Car fanden. Das Gruppenbild durfte natürlich auch nicht fehlen. Anschliessend ging es in zügiger Fahrt zurück nach Medeo. Umsteigen auf die Gondelbahn und wir schweben hoch in unser Resort.    

Das Programm sah nun 90 Minuten Ruhezeit vor. Und mit was wurde die Fortsetzung gestartet? Genau, mit Essen. Nachtessen, welches für einmal schaffrei gestaltet war. Stattdessen gab es Entenbraten. Nur eben, irgendwann sind auch jene Magen mit grossem Fassungsvermögen voll…

Es wurden dann auch noch die Zeiten vom Training-Rennen verteilt. Erste Zweifel an der Richtigkeit der Zeiten kamen bei mir und Dölf auf. Können die Abstände wirklich so eklatant sein? Wir glaubten nicht daran und sprachen das Thema am abendlichen Technischen Meeting an. Zuerst diplomatisch mit dem Hinweis auf eine fehlende Zieleinlaufkontrolle. Als das die Diskussion nicht in Gang brachte auf die harte Tour mit der Bemerkung, dass wir die Zeiten anzweifeln. Die Tschechen und Franzosen schlossen sich schlussendlich unseren Bedenken an. Die anderen Nationen schienen da aber noch an das Gute zu glauben. Mit dem Hinweis seitens der Organisatoren, dass am morgigen Renntag alles seine Richtigkeit haben wird, wurde das Meeting geschlossen. Wir werden sehen.

Nach der Information unserer Athleten und Staff-Team über das morgige Tagesprogramm beendeten wir den Abend in der Hotelbar.

Remo Gatti

Rangliste Trainingsrennen Riesenslalom folgt

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Remo Gatti

USIC-Meisterschaften Ski Alpin 2014
unsere Rückreise am Samstag, 1. März 2014

Nachdem unsere Festivitäten mehr oder weniger schnell beendet wurden, blieben noch knappe zwei Stunden bis zur Abfahrt von unserem Transferbus. Die letzten Stunden in Shymbulak wurden individuell und je nach Nachtform verbracht. Die einen liegend im Bett, die anderen an und in der Hotelbar. Jedenfalls waren alle um 03.15 Uhr mit Sack und Pack vor dem Hotel bereit.

Wir teilten unsere Fahrt mit den italienischen Kollegen. Mehr als gut gefüllt steuerten unsere beiden Fahrzeuge die steile Strasse hinab an den Flughafen von Almaty. Krass, nur gerade sechs Tage ist es her, als wir uns hier durch viel Neuschnee hochchauffieren liessen. Und jetzt, in tiefster Nacht, hiess es Abschiednehmen von Shymbulak und bald von Kasachstan.

Am Flughafen hiess es erstmals einen Überblick zu verschaffen: Hat jeder Mitreisende sein Gepäck? Bleibt nichts mehr übrig? Etwas «ferngesteuert» gaben wir unsere sieben Sachen auf. Die letzten Tenge können noch in Süssigkeiten und Souvenirs investiert werden. Um viertel vor Acht hob der Flieger von Turkish-Airlines ab und die Verabschiedung von Kasachstan war endgültig.

Ich selber habe das Ende der Startbahn nicht mehr im Wachmodus erlebt. Dafür wurde ich nur eine Stunde später mit einem Frühstück bedient. Leider traf die Hoffnung, nur noch kurze Zeit bis Istanbul unterwegs zu sein, nicht ein. Vielmehr blieben noch über vier Stunden… Als Highlight kann sicher die Sicht auf Sotschi erwähnt werden.

Istanbul wie gehabt: Exkurs durch die vielen Gaststätten und Läden um die Wartezeit totzukriegen. Pünktlich um 15.25 Uhr traten wir nochmals in den Luftraum ein um schussendlich zehn Minuten vorzeitig in Zürich zu landen. Geschafft! Sogar dem Gepäck hat die lange Umsteigezeit gereicht um den Anschlussflug zu erwischen.

Die Überraschung dann beim Ausgang: Eine riesige Fan-Gemeinschaft heisst uns mit Glocken, einem Willkommens-Banner und einem Apéro herzlich willkommen! Welch schöner Moment so ankommen zu dürfen.Herzlichen Dank an Modeste Jossen für die Organisation vom Apéro, an alle Angehörigen und Freunde fürs Abholen und Empfangen heissen! Merci an Luzi und Margrith Manz, die Sektionspräsidenten vom ESC Soldanella, vom EWF Herisau und vom ESV Winterthur und weitere SVSE-Mitglieder für Euer Kommen und Empfangen!

Dann hiess es auch von den Mitreisenden Abschied zu nehmen. Zurück liegt eine Woche voller Emotionen und Erlebnisse…


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Remo Gatti

 

USIC-Meisterschaften Ski Alpin 2014
Slalomrennen und Schlussevent am Freitag, 28. Februar 2014

Frisch gestärkt, das Frühstück hatte heute keine nennenswerten Modifikationen im Umfang erfahren, fuhren die Athleten individuell mit der Gondelbahn an den Startplatz vom ersten Slalomlauf. Das aktuelle Wetter stimmte heute sogar mit der Vorhersage überein: Einfach Sonnenschein pur! Dazu auch noch angenehme minus zwei Grad auf dem Thermometer. Ideales Wintersportwetter.

Der heutige Freitag kann, was die Zeitdauer anbelangt, voll ausgekostet werden: Da unser Flugzeug am morgigen Samstag bereits schon um halb acht abhebt, wir von Shymbulak eine gute Stunde Fahrzeit an den Flughafen benötigen, sehe ich die Bustransfer-Abfahrt um 04.15 Uhr vor. Ob es sich nach der Schlussfeier noch lohnt das Bett anzuwärmen, lassen wir mal offen. Im Prinzip kann so auch der Samstag voll ausgekostet werden, eher dann wohl flugschlafend. Pünktlich 23 Stunden im Voraus machen sich Vreni und ich an das Online-CheckIn. Schliesslich möchten wir die individuellen Platzierungswünsche unserer Teilnehmer gerne erfüllen. Die umfassende Zuteilungsliste vom Hinflug dient uns dabei nochmals perfekt für die Reservierung. Und siehe da, es funktioniert: nur 20 Minuten später haben wir 14 Bordkarten auf meinem Laptop abgelegt. Das Renn-Büro vom Veranstalter druckt mir diese sogar noch aus. Wir sind mindestens was den Rückflug anbelangt, bereit für die Rückreise. 

Zurück zum Rennen: Die Kurssetzung erwies sich wiederum technisch als sehr anspruchsvoll, was nach dem Ende der Besichtigung von allen Teilnehmenden bestätigt wurde. Die Strecke war identisch mit jener von gestern Nachmittag. Ladys first auch heute und so fahren die Damen zuerst durch den etwas eckig ausgesteckten Slalomkurs. Dann Start zum Rennen der Herren. Die gestrige Auslosung der Startnummern war ausser bei Marcel Sieber, welcher die zweitletzte zugeteilt bekam, für alle recht vorteilhaft. Curdin Lareida eröffnete den Schweizer Reigen mit der Startnummer 4. Von meinem Photografen-Standort konnte ich nur den zweiten Hang der Strecke überblicken. Den Grossteil der Fahrt konnte ich jedoch dank dem Rhythmus vom Stangenschlagen zumindest akustisch mitverfolgen und mitfiebern. Curdin bog in den Zielhang ein und fast schien es als reite er den Teufel höchstpersönlich… Dies bestätigte auch die Zeit von 50.48 für die 620 Meter lange Strecke. Abgefangen wurde Curdin nur noch vom Lokalmatador Taras Pimenov welcher den Lauf in 49.23 absolvierte. Auch den anderen fünf Athleten gelangen gute bis perfekte Läufe: Flurin Jossen belegte nach dem ersten Durchgang mit 51.56 den dritten Podestplatz, Kari Büsser erkämpfte sich mit 53.37 den sehr guten 4. Platz. Dölf Alpiger war nach diesem Lauf auf dem 6. und Marco Tami auf dem 9. Platz klassiert. Marcel Sieber sicherte sich den 12. Rang im Klassement.

Wie wir gestern erfuhren, wurden alle Rennen von Taras Pimenov ausgesteckt. Dieser war es auch, der Dölf Alpiger anfragte, ob er den letzten Slalom-Lauf ausstecken möchte. So kam Dölf im fernen Kasachstan sogar noch zum Einsatz als Kurssetzer. Anders als erwartet, war gemäss seinen Aussagen die Mithilfe perfekt organisiert und wurde eine Vielzahl von Helfenden dafür eingeplant. Überhaupt funktioniert das Helferwesen bei diesen Meisterschaften perfekt. Ich staunte alle drei Tage über, mit welcher Disziplin zum Beispiel die Torwarte mitarbeiten. Vor dem Rennen werden diese am Start oben namentlich auf Anwesenheit überprüft dann kurz und knapp an ihren Standort verwiesen. Anders als bei unseren Rennen, wo alle Torwarte auf den Meter genau und vor Ort eingewiesen werden, suchen sich hier die Torwarte ihren Standort gemäss einer mündlichen Zuteilung selbst. Während des Einsatzes gibt es keine Pause, nicht Mal während der Übergangszeit zwischen den beiden Rennen. Einmal am Platz, harren die Helfenden dort den ganzen Tag über aus. Anzahlmässig werden aber auch rund die doppelte Anzahl Helfende eingesetzt als bei uns. Fazit aus meiner dreitägigen Torwart-Studie: Wir ändern unsere Konzepte nicht…

Kurz vor 14.00 Uhr kann Dölfs Slalomlauf besichtigt werden. Nach Rückmeldungen unserer, wie auch der Athleten anderer Nationen ist diese Kurssetzung beliebter als jene am Vormittag und gestern. Der russische Trainer stellte gestern Abend am Technischen Meeting sogar den Antrag, einfachere Läufe auszustecken. Dieser wurde aber von den anderen Nationen abgelehnt. Falls wir dann in fernen Jahren wieder einmal eine USIC-Meisterschaft organisieren, kommen die russischen Athleten Dank Dölfs Kurssetzung mit Freuden in die Schweiz…

Das letzte Rennen dieser USIC-Meisterschaften startete pünktlich um 14.20 Uhr. Selbst die Zeitmessung scheint Dank der wohl kürzeren Funkdistanz zwischen Start und Ziel einwandfrei zu funktionieren. Würden wir noch weitere drei Tage in Kasachstan Rennen austragen, die Verantwortlichen würden dieses Geschäft voll und ganz im Griff haben.

Marcel Sieber ist der erste Fahrer unseres Teams, welcher den Kurs in 56.77 absolviert und sich damit gegenüber dem ersten Lauf um zwei Plätze verbessert. Marco Tami fährt nach 57.13 über die Ziellinie und wird weiterhin als 7. Läufer klassiert. Dölf Alpiger wird mit 52.70 als 5. gewertet und verbessert sich um zwei Plätze. Dann geht es Schlag auf Schlag: Kari Büsser (51.97), Flurin Jossen (50.85) und Curdin Lareida (49.41) lauten die Zeiten und sind in ihrer Reihenfolge auch die Rangierungen vier bis zwei. Alle unsere Athleten sind im Ziel angekommen, fehlt nur noch der Lokalmatador. Gelingt ihm auch eine zweite fehlerfreie Fahrt? Es gelang ihm. Taras Pimenov fährt mit 48.26 auf den ersten Podestplatz. Trotzdem ist dieser Rennausgang ein schöner Abschluss dieser Meisterschaften. Das Gros unsere Athleten ist auf oder knapp neben dem Podest klassiert, alle Fahrer sogar unter den ersten zehn! Dass wir damit sogar in der Nationenwertung Gold erreichen ist die Sahnehaube! Ein solcher Triumph hat in der Geschichte der SVSE USIC-Teilnahmen nur im Jahr 2011 die OL-Mannschaft erreicht!

Ein kurzer Sieges-Apéro im «Chalet» tröstet einem vorerst über das grosse Materialzusammensuchen und Packen hinweg. Dies aber der Grundstein für eine rechtzeitige Abfahrt, welche durch den Bus-Disponenten neu auf 03.15 Uhr verschoben wurde. Vreni und ich nehmen nochmals am Technical-Meeting teil. Um viertel nach Sieben geht's kurz Ins «Chalet» um unserer Staff-Crew für ihren riesengrossen Einsatz zu danken. Auf dem Reiseprogramm waren die Fünf ursprünglich als Fan-Team aufgeführt. Auf selbstlose Art und Weise haben sie sich zu unserem Staff-Team verwandelt. Ich weiss nicht, wie wir alle unsere Nebenaufgaben (Zeiten notieren, Videoaufnahmen, Kleidertransporte und vieles mehr) ohne unseres Staff-Team erledigen hätten können. David, Mischa, Tamara, Barbara und Erika: Ihr wart grossartig! Wir verdankten die grosse Unterstützung den Fünf sowie Vreni Jossen schon Mal mit einer von allen SVSE USIC-Team-Mitglieder signierten Startnummer.

Um 20.00 Uhr beginnt der Schlussevent im BBQ-Restaurant. Schön dekoriert mit Fahnen aller teilnehmenden Länder und mit einem bereits reichlich aufgedeckten Switzerland-Tisch werden wir empfangen. Während wir eine reichhaltige Vorspeisen-Palette, Weisswein und Vodka geniessen, beginnt die offizielle Schlussfeier. Ansprachen vom OK-Verantwortlichen, einem Auftritt von drei Opern-Sängern zu Beginn. Dann der für die Athleten wichtigste Teil: Die Siegerehrungen. Für mich als Hof-Fotograf noch praktisch: In allen Herren-Kategorien haben wir mindestens einen Podestplatz erreicht und ich darf mich gerade für alle Ehrungen vor der Bühne einrichten. Schlussendlich die Nationenwertung, wo wir Dank unseren Top-Athleten den goldenen Pokal entgegennehmen durften. Schön das Gefühl, zusammen während diesem Abenteuer eine solche Auszeichnung zu erreichen. An dieser Stelle sei es nochmals erwähnt, Kari, Dölf, Marco, Marcel, Curdin und Flurin: Ich bin stolz auf eure Leistungen!

Zwei Lichtshows, eine Zauberereinlage, ein Rückblick in Videoform, eine Lasershow, etc.  umrahmten die eigentlichen Schlussworte des USIC-Präsidenten David Franks. Die Feier und das obligate Tauschen von Team-Bekleidungsstücken zogen sich bis kurz vor Mitternacht hin. In einem günstigen Aufgenblick dürfen Vreni und ich den Verantwortlichen vom Gastgeberland unser Präsent in Form einer Kuhglocke überreichen. Mit dem Verabschieden derjenigen Mannschaften, welche in Medeo wohnten war dann auch die Nachfeier beendet.

Die restlichen Stunden bis um drei Uhr wurden im Hotel entweder schlafend oder sitzend im Restaurantteil verbracht.  

pdfRangliste Slalomrennen vom 28. Februar 2014
pdfRangliste Nationenwertung

 

Erste Bildstrecke vom 28. Februar 2014
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Remo Gatti

 

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